Reifen selbst wechseln: Ablauf und Werkzeug

Stand: 08.10.2026

Räder lassen sich selbst wechseln, wenn man Wagenheber, Radkreuz und Drehmomentschlüssel hat. Die Radmuttern werden über Kreuz mit dem Drehmoment des Herstellers angezogen und nach etwa 50 Kilometern kontrolliert. So empfiehlt es der ADAC. Gemeint ist hier der Tausch ganzer Räder, zum Beispiel von Sommer- auf Winterräder.

Werkzeug

Laut ADAC gehören dazu:

  • ein stabiler Wagenheber und ein Unterstellbock
  • ein Radkreuz
  • eine Drahtbürste
  • eine Schraubenbox
  • der Schlüssel für das Felgenschloss, falls vorhanden
  • ein Drehmomentschlüssel

Ablauf

  1. Auf ebenem Untergrund parken, Handbremse anziehen, Gang einlegen. Bei Automatik auf „P“ stellen.
  2. Radmuttern vor dem Anheben etwa eine Viertelumdrehung lösen.
  3. Wagenheber nur an den Hebepunkten ansetzen, die die Bedienungsanleitung nennt. Bei E-Autos ist das besonders wichtig, sonst kann die Antriebsbatterie Schaden nehmen.
  4. Fahrzeug anheben, Muttern ganz lösen, Rad abnehmen.
  5. Auflageflächen reinigen, Rad aufsetzen, Muttern zunächst handfest anziehen.
  6. Fahrzeug absenken und Muttern über Kreuz mit dem Herstellerdrehmoment anziehen.

Reifen mit Pfeil an der Flanke dürfen nur in der angegebenen Rollrichtung montiert werden. Wie lange der Wechsel dauert, nennt der ADAC nicht. Planen Sie beim ersten Mal reichlich Zeit ein.

Drehmoment und Kontrolle

  • Den Wert für das Anzugsdrehmoment geben die Herstellerunterlagen an. Bei Noträdern gelten oft andere Werte.
  • Nach etwa 50 Kilometern die Verschraubung prüfen und bei Bedarf nachziehen.
  • Ein ADAC-Reifenexperte hält das Nachziehen für technisch nicht nötig, wenn die Befestigung in Ordnung ist und das richtige Drehmoment verwendet wurde.
  • Nach dem Wechsel zuerst den Luftdruck prüfen. Bei direkten Reifendruck-Kontrollsystemen müssen die Sensoren oft angelernt werden, bei indirekten genügt meist eine Kalibrierung per Knopfdruck.

Profiltiefe und Termin

Gesetzlich sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe vorgeschrieben (§ 36 Absatz 3 StVZO). Der ADAC empfiehlt 4 Millimeter bei Winterreifen und 3 Millimeter bei Sommerreifen.

„Von Oktober bis Ostern“ ist eine Faustregel, keine Pflicht. Es gilt die situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte dürfen Kraftfahrzeuge nur mit passender Bereifung fahren (§ 2 Absatz 3a StVO). Es gelten Ausnahmen, etwa für einspurige Kraftfahrzeuge. Der ADAC rät, in der zweiten Oktoberhälfte auf Winterräder zu wechseln und sie bis mindestens Mitte April zu fahren.

In der Mietwerkstatt

Räder lassen sich auch in einer Mietwerkstatt wechseln. Fragen Sie vorher, ob ein Drehmomentschlüssel vorhanden ist. Im Verzeichnis nennen 31 von 70 Betrieben auf ihrer Website Reifenmontage: Reifen selbst wechseln. Auch ein Platz mit Hebebühne kommt dafür in Frage. Wer unsicher ist, wählt einen Betrieb mit Hilfe vom Fachmann.

Diese Seite beschreibt nur den Räderwechsel. Arbeiten an Bremsen, Airbags oder Hochvolt-Systemen gehören in eine Fachwerkstatt.

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Quellen

Abgerufen am 08.10.2026:

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